Forschungskooperationen mit Frankreich

Die großen und drängenden Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Forschung können heute nur noch gemeinsam über die nationalen Grenzen hinweg gelöst werden. Frankreich ist dabei für das KIT der wichtigste Kooperationspartner in Europa. Hierfür gibt es neben der geografischen Nähe auch viele historische und strategische Gründe. Es bestehen langjährige, erfolgreiche Kooperationen zwischen Instituten des KIT und französischen Forschungseinrichtungen unter anderem auf den Gebieten der Energieforschung, der Nano-Mikrotechnologie, dem wissenschaftlichen Rechnen aber auch der Erforschung unseres Universums. Die breit gefächerte Zusammenarbeit zwischen dem KIT und Partnerinstitutionen in Frankreich wird von der Geschäftsstelle der Deutsch-Französischen Initiative (DeFI) des KIT unterstützt, gefördert und koordiniert. In Zukunft wird das KIT diese Premium-Partnerschaft mit Frankreich weiter ausbauen, u.a. durch:
- einen erweiterten Rahmenvertrag zwischen dem CEA (Commissariat à l’énergie atomique et aux énergies alternatives) und dem KIT (2014),
- die verstärkte thematische Einbeziehung französischer Partnerinstitutionen in die programmorientierte Forschung (in den Programmen ATMO, FUSION, NANO-MIKRO, NUCLEAR),
- die aktive Mitgestaltung des Ausbaus der Trinationalen Metropolregion Oberrhein (TMO) zu einer international wettbewerbsfähigen Wissens- und Innovationsregion.
Darüberhinaus bilden Forschergruppen aus Karlsruhe und Frankreich die tragenden Säulen erfolgreicher EU-Projekte. Diese gemeinsamen Forschungsaktivitäten sollen auch in Zukunft auf einer breiten Basis weiterentwickelt werden. Durch gemeinsame Deutsch-Französische Doktorarbeiten ("thèse en cotutelle") soll der erfolgreiche Weg der Doppelabschlussprogramme fortgesetzt werden und die Basis für gemeinsame binationale Forschergruppen geschaffen werden.
Im Rahmen von Deutsch-Französischen Sommerschulen und Workshops wird Forschern beider Länder die Gelegenheit geben, neue Forschungsansätze kennenzulernen und bestehende Kontakte zu intensivieren.
Grenzüberschreitende Zusammenarbeit am Oberrhein
Im Rahmen von Eucor, die Oberrhein Universität, arbeitet das KIT (damals TU Karlsruhe) seit 1989 eng mit den Universitäten Straßburg, Freiburg, Mulhouse und Basel zusammen.
Die aktuelle Eucor-Forschungsstrategie bezieht das gesamte wirtschaftliche, gesellschaftliche und wissenschaftliche Umfeld der Region ein, weshalb die 2010 gegründete Trinationale Metropolregion Oberrhein (TMO) den geeigneten Rahmen für deren Umsetzung darstellt. Innerhalb der Säule Wissenschaft der TMO übernimmt dazu Eucor die Führung. Langfristiges Ziel der TMO und gleichzeitig Leuchtturmprojekt des von Eucor anvisierten European Campus, ist die Ansiedlung einer Großforschungsinfrastruktur mit dem Schwerpunkt BioInnovations Technologies. Das KIT kann hier v.a. von seiner technologischen, ingenieurswissenschaftlichen Exzellenz profitieren. Mittelfristig ist im Rahmen der TMO die Etablierung eines virtuellen Kompetenzzentrums zum Thema Nachhaltigkeit geplant. Hier wird u. a. das Deutsch-Französische Institut für Umweltforschung (DFIU) des KITs seine Kompetenzen im Bereich der Umweltwissenschaften einbringen.
Zudem wird an der Vertiefung der bereits bestehenden erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Université de Strasbourg in den Bereichen Wirtschaftswissenschaften, Biologie, Materialien und Nanowissenschaften, Chemie, Physik, Umwelt- und Geowissenschaften gearbeitet.